Svalbard 07


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Wetter in Svalbard

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Auch zum des Jahres 2006 hat mich das arktische Fieber wieder gepackt:

Auf den ersten Bilder vom 2.12.2006 ist am rechten Bildrand der Anfang von Bolterdalen zu sehen darüber die Lichter der Gruve7. Die Landschaft meiner Begierde. Das linke Bild ist von 8:10 Uhr GMT, das Mittlere von 15:10 Uhr GMT und das Rechte von 21:10 Uhr GMT. Trotz tiefster Polarnacht ist es nicht dunkel.
Diese Bilder wurden bereit gestellt von: "Nordlysstasjonen Webcam" der UNIS, Universität in Longyearbyen. Die Temperaturen an diesem Tag schwankten zwischen -16°C bis -6°C.

Tag 1
In Frankfurt hatten wir bereits Verspätung, da eine Person mehr im Flieger war als Tickets vorhanden.
In Oslo hatte ich Kopfschmerzen, da haben der Kaffee und der Snack kaum geholfen. Die Wartezeit war dafür kürzer als gedacht.
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Tag 2
Am Montagmorgen bin ich um 1:30 Uhr in Longyearbyen gelandet. Der Anflug auf LYR ist spektakulär. In einem letzten langen Bogen sehe ich, mit dem besten Fensterplatz dieser Seite (A1), unter uns Grube 7 und die Positionslampen in Advenetdalen. Unter uns das Haus welches für die nächsten Tage meine Heimat ist. Der Schnee kommt quer und Longyearbyen ist hell erleuchtet. Endlich bin ich wieder hier.
Priitta hat mich wieder abgeholt. Wie bei der letzten Anreise war auch dieses mal die Tasche nicht mit im Flieger. Diesen Service gibt es nur hier, die Tasche wird einen Tag später gebracht, und ich muß mich nicht selbst mühen.
Beim Frühstück treffe ich Claus Ole und Max. Das ist also meine Gruppe. Iisak habe ich auch gleich kennen gelernt. Ein kleiner zufriedener Junge.
Bevor wir starten können ist das Wichtigste noch die richtigen Klamotten zu finden. L oder XL, ist 44 für die Stiefel nicht doch zu groß? passt der Windstopper? Wir fühlen uns in der dicken Ausrüstung wie "Michelin-Männchen". Anton gibt uns einen Zettel mit den Namen der Hunde.
Hunde suchen und holen lässt uns etwas warm werden. Outi, die derzeitige Praktikantin, war uns zum Glück bei der Suche behilflich. Ich hatte jeden Hügel auf dem Gelände zu nehmen um zu den Hunden zu kommen. Meine Hunde Heute von vorn: Jagor, Femund, Zodiak, Scott, Vesla, Ori, Sieva, Stark. Beim Vorbeigehen an einem anderen Gespann machte ein Hund auf sich aufmerksam. Es war Klang, er lief letztes Jahr in meinem Team. Es hat mich gefreut dass er mich wieder erkannt hat. Heute geht die Tagestour durch Bolterdalen.
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Tag 3
Heute steht die Gletscherhöhle auf dem Programm. Ich habe Outi als Passagier, sie wird uns durch die Höhle führen. Die Fahrt auf dem Schlitten ist mit einem Passagier ungewoht und schwieriger wenn es bergab geht, und der Schlitten gebremst werden muss. Mit solch
wertvoller Fracht muss ich vorsichtig sein. Wegen der hohen Temperaturen ist es für alle mühsam und zum Teil auch schweißtreibend. An Hunden habe ich heute Jagor, Femund, Zodiak (Ich nenne ihn Gummiboot), Scott, Vesla, Ori, Sieva, Balto, Stark und Alta. Ein gutes Team.
Wie schon gestern ist es etwas trüb und nur um -1°C kalt, Die Tagestour ist um eine Schleife kürzer. An dem Berg mit den eckigen Felsen oben drauf geht westlich auf den Gletscher hoch.
Wir bekommen einen Helm und Unterzieher mit Stahlfedern für die Stiefel gehen in den oberen Teil der Höhle, letztes Jahr sah ich den unteren, jetzt gesperrten Teil. Die engen Gänge können zum Teil nur kriechend passiert werden. Die Vielfalt und Schönheit der Eisausbildungen ist unbeschreiblich.
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Tag 4
Mittwoch, heute ist Ruhetag für die Hunde und wir gehen den Tag gemächlich an.
^ Draußen ist es trüb. Die Anstrengung der Vortage bin ich nicht wirklich gewohnt und kann den Tag gebrauchen. Wir hätten uns für diesen Tag schon etwas Sonne gewünscht, und lassen uns nach Longyearbyen fahren. Svalbardmuseum und Shopping. Die geplagten Knochen sind nicht für einen Gang nach Nybyen zur Galerie bereit. Im Svalbardmuseum gibt es interessante Infos und Exponate über die Vergangenheit Svalbards.
Auf der Rückfahrt sehen wir im Tal einen brennenden Motorschlitten. Ich höre den Spruch "...Advent, Advent, ein Scooter brennt"
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Tag 5
Donnerstag, Beginn der drei Tage Tour mit zwei Übernachtungen im Zelt. Es ist nicht so kalt wie es sein sollte. Bei -4,5°C packen wir die Schlitten und spannen die Hunde an, eine Schweiß treibende Angelegenheit. Jagor, Femund, Vesla, Zodiak, Scott, Ori, Siewa und Balto gehören heute zu meinem Gespann. Wir kommen heute weiter weg in die Berge. Diese Gegend kenne ich schon von letztem Jahr, aber die Berge und die Wolken verschmelzen bei unterschiedlichem Wetter zu immer wieder neuen Bildern.
Diese Nacht schlafe ich mit Claus und Ole im vier Mann Zelt. Wir haben es nicht beheizt um nicht die Feuchtigkeit im Zelt zu haben. Zusammen mit Max sind wir eine gute Gruppe.
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Tag 6
Leider hat sich das Wetter immer noch nicht verbessert. Es ist kalt, klar wir sind ja im Zelt. Zum Früstück gibts eine warme Suppe für die, die es mögen.
Jagor stellt sich beim Anschirren immer etwas an, er denkt nicht daran aufzustehen "Das geht ja auch im Liegen, und wenn nicht, soll er mich doch hochheben" Er ist eben der Coole. Als wir morgens losfahren ist es windstill und mit knapp -6°C nicht sehr kalt. Die fehlende Kälte macht den Hunden zu schaffen. Auf der letzten Eisüberfahrt über einen See laufen die Hunde durch das Wasser. Das Camp bauen wir an fast der gleichen Stelle wie im letzten Jahr. Die Gegend kommt mir jedoch verändert vor. Die Schneehöhe variiert hier von fast einem Meter bis zu wenigen Zentimetern.

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Tag 7
Der Morgen hält besseres, gutes Wetter für uns bereit und und es wird ein schöner sonniger Tag werden. Der lange Aufstieg nach belohnt uns mit einer grandiosen Aussicht zurück, Richtung Süden,
über die schneebedeckten Berge und Täler. In dieser Richtung haben wir am Vorabend die Beleuchtung der Grube Svea am Himmel gesehen. 550 Meter Höhenunterschied haben wir schon bewältigt. Oben auf dem Pass geniessen wir den Ausblick in seienem vollen Ausmaß und nur wenige hundert Meter weiter sehen wir in Fahrtrichtung in weiter Ferne das Adventtal. Eine steile Abfahrt durch Tiefschnee liegt vor uns. Jeder Skifahrer würde vor Neid erblassen.

Unten im Tal ist es vorbei mit der gemütlichen Abfahrt, mit den Hunden und dem Schlitten geht es über
Steine und Eis in zerklüfteter Landschaft. Die Zeit für schöne Bilder ist gekommen und die Berge strahlen in der Sonne, als wir ins Adventtal einfahren.
Es sind noch einige Kilometer bis zum Ende der heutigen Tour, vorbei an den Bergen die ich schon Im Anflug auf Longyearbyen von oben gesehen habe.
Das kalte Bier auf der Terrasse ist die Krönung des Tages und gleicht den Flüssigkeitsverlust angenehm aus. „Zischt wie Abbelsaft". Zurück in der Hütte können wir wieder die Sauna genießen und uns wieder duschen. Ein gelungener Tag, der abends mit Priittas "Homemade delicous reindeer menu" abgeschlossen wird.
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Tag 8
Abreisetag von Ole, Max und Claus. Mittags gibt es noch eine warme Suppe, bevor Priitta die drei nach l'byen zum Flughafen oder Gästehaus fährt.
Seit dem Morgen ist France bei Priitta zu Gast. Sie kam mit ihrer kleinen Tochter Leoni, sie ist gerade mal 10 Tage alt, im gleichen Flug wie ich aus Tromsö. Sie ist normalerweise auf dem Forschungsschiff Vagabond in der Inglefieldbukta.
Gegen 15:00 Uhr kommen die neuen Gäste. Horst, ein alter bekannter Priittas aus Äkäskero und Matthias und Bärbel aus Hamburg. Der Tag wurde irgendwie vertrödelt, habe ich aber gebraucht.
Meinem Rücken geht es erheblich besser. Am Abend sind wir lange draußen, die Hunde füttern, nach den Puppies sehenund viele schöne Bilder machen.

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Tag 9
Tagestour mit der neuen Gruppe. wie letzten Montag.
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Tag 10
Nach dem gemütlichen Frühstück geht die Fahrt nun mit der zweiten Gruppe für mich zum zweiten Mal zur Eishöhle. Diesmal ohne Passagier im Schlitten.
Heute bin ich besser mit Accus ausgerüstet, und habe ich sehr viele Bilder gemacht. Am Gletscher ist eine Gruppe die gerade ihr Camp abgebaut hatten, und auch schon ein paar Tage unterwegs ist. An diesem Tag ist es eine bequeme Spazierfahrt mit dem Hundeschlitten.
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Tag 11
Shopping in L'byen. Mit Horst gehe ich in die Galerie. Es sind schon ein paar Meter zu gehen, aber ist ist näher als ich anfangs dachte.
Das Wetter ist heute super mit -6°C und strahlendem Sonnenschein. Wieder mal kann ich sehr viele Bilder machen. Longyearbyen hat schon etwas Abwechslung was die Motive angeht. Es ist angenehm hell und nicht windig
Das Wetter ist beständig bis zum Abend und so enteisen wir die Schlitten für den nächsten Morgen. Die Sonne beflügelt und es tut gut noch etwas zu tun. Die Luft ist hier wirklich klar. Mit Anton bauen wir das 4-Mann Zelt auf und nutzen die windfreie Zeit gut aus.
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Tag 12
Nach dem Frühstück packen wir die Schlitten. Da es meine letzte Ausfahrt ist brauch ich keine Klamotten mitzunehmen, lediglich Schlafsack und Isomatten hatten Marit und ich auf dem Schlitten mitzunehmen.
Es ist die Ausrüstung für die beiden Schweden, heute Abend unsere Schlitten und Hunde übernehmen. Es sind heute nur 7 Hunde, Vesla ist heiß und bleibt daheim. Vorne laufen Jagor und Femund, dahinter Zodiak und Scott, in dritter Reihe Siewa alleine und als Wheeldogs Ori und Balto.
Die Fahrt geht den großen Gletscher hoch auf dem wir letzten Samstag in entgegen sesetzter Richtung den Tiefschnee durchpflügt haben. Eine Kraftraubende Angelegenheit.
In meinem Schlitten ist ein angebrochener Hundefuttersack der mal 20 kg wog. Bei einem Zwischenstopp nimmt mir Anton den Sack und einen weiteren Ausrüstungsbeutel aus dem Schlitten und gibt ihn Marit, deren Hunde sind stärker. Oben auf dem Pass fahren wir nicht wie ich dachte Richtung Svea, sondern Richtung Norden durch ein langes Tal. Einen großen teil der Strecke fahren wir über die Scooter Autobahn, das nenne ich jetzt mal so, ein zum Teil sehr breiter Streifen mit fest gefahrenem Schnee und heftigen Gegenwind. Es ist der kälteste teil der Strecke währen der ganzen Tour.
In dieser, für mich neuen Gegend, will ich eigentlich noch einige Bilder machen, aber in Anbetracht der Kälte geben die Accus ihren Geist auf. Anton findet am Ende dieser strecke ein Tal wo kein Wind weht. Hier bauen wir das Camp mit den drei Zelten auf. Marit und ich bauen das Zelt der Schweden auf, sie werden bald kommen.
Bevor wir fertig sind wird Marit von Anton gebeten das Essen für uns zu machen. Ich habe das Zelt fertig verspannt, die Seitenlappen mit Schnee bedeckt und ein Loch im Vorzelt in den Schnee gebuddelt.
Nicht dass die mehr Bier in sich rein schütten können, das ist während der Touren nicht üblich. Auf der Kante sitzend ist es nicht so mühsam morgens die dicke Kleidung und Schuhe anzulegen. Soll mal einer sagen dass es in der Wildnis keinen Komfort gibt.
Ich hab mich nicht wirklich abgerackert, die anderen sind schon lange am Hauptzelt, als ich auch dort hin gehe und zum essen im Zelt verschwinde. Zeit für einen abschließenden Kaffee haben wir nicht. Kaum fertig mit dem Essen hören wir die beiden Scooter. Die Schweden kommen. Ich gehe zum Schlitten, die dicke Jacke und den Rest meiner persönlichen Ausrüstung zu holen.
Den beiden hab ich meine Hunde mit Namen benannt, erzählt wo die Geschirre zu finden sind und noch kurz das Loch unter dem Vorzelt erwähnt. Eine kurze Verabschiedung von meinen Mitfahrern und Anton, und schon sitzen Marit und ich hinten auf den Schlitten und rauschen durch das Dunkel der Nacht Richtung Bolterdalen.
Die breite Trasse führt ca. 30 – 40 km bis ins Adventdal. Mit über 50 km/h über eine solche Piste ist als Beifahrer eine Tortur. Die Handgriffe sind beheizt und meine Handschuhe bei der Ankunft trocken.
Bei Priitta ist volles Haus. Marit wird abgeholt und Patrik ist auch schon da. Iisak weint und draußen tobt der wind mit 40 km/h. Outi habe ich noch die Bilder von der letzten gemeinsamen Tour gegeben. Noch etwas reden, warten bis die Kinder versorgt sind und dann gehe ich schnell noch unter die Dusche. Von Patrik erfahre ich dass es in Svalbard an jedem Baum eine Steckdose für Ladegeräte gibt. Ja,ja ....
Noch eine gemeinsame Zigarette mit ihm und ich stapfe durch den aufgewehten Schnee zum Hinterhaus in mein Zimmer. 3 ½ Stunden bleiben mir noch zum packen und schlafen. Ich lasse mich schon um 2:45 Uhr wecken, damit ich noch etwas Zeit habe, und mich Patrik um 3:30 Uhr zum Flughafen fahren kann.
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Tag 13
Es hat soweit alles geklappt, ich bin morgens wach geworden. Der Wind hat die Nacht über getobt und den Weg und Stufen zum Haupthaus zugeweht.
Der Abflug nach Tromsö hat gut geklappt. Nach dem Frühstück im Flugzeug konnte ich noch etwas schlafen.

Antje und Markus haben mich nach relativ langer Reise am Flughafen FRA abgeholt.
Das Wetter hier sonnig und feucht bei 7°C - tropisch:
Ende

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Hunde die vor meinem Schlitten liefen: Jagor, Femund, Zodiak, Scott, Vesla, Ori, Sieva, Stark, Balto und Alta.


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