Reisebericht Zypern 1997

Die Reise
Reise in den vorderen Orient vom Donnerstag den 2.10 1997 bis Donnerstag den 9.10.1997 auf das Eiland der Aphrodite. Flug mit Hapag Lloyd, Frankfurt – Larnaka – Phaphos aus der Hinreise und Paphos – Frankfurt auf der Rückreise. Reisebericht von Gerhard Berkefeld.

Der Tag davor
Antje hatte uns schon Wochen vorher angeboten uns vor Arbeitsbeginn zum Flughafen zu fahren, was wir auch zu schätzen wussten. Schließlich war der Abflugtermin auf viertel nach sechs angesetzt, was bedeutete dass wir schon mindestens eine Stunde vorher anwesend sein mussten. Um am nächsten Morgen nicht schon so früh am Frankfurter Flughafen auf der Matte stehen zu mussten, haben wir das Gepäck schon am Abend aufgegeben und auch gleich die Bordkarten erhalten. Antje ist auch schon mitgefahren, und diese Nacht bei uns verbracht.

Der erste Tag
Wie immer vor einer Reise habe ich in dieser Nacht kaum geschlafen als wir eine viertel Stunde vor Fünf Uhr in der Frühe aufbrachen. Das Einchecken war also für diesen Morgen schon gespart und wir konnten direkt zum Warteraum am Flugzeug durchgehen. Das war auch besser so denn vor dem Hapag-Lloyd-Counter wartete schon eine lange Schlange. Wir hatten die Plätze 5A und 5B. Der Abflug gestaltete sich denn auch wie geplant. Nach 4 1/2 Stunden landeten wir in Laranaka mit dem Flug Nr.: HF4675, erledigten die Einreiseformalitäten und flogen nach fast einer Stunde, mit der Maschine nach Frankfurt, nach Paphos weiter um anschließend zu unserem Hotel transportiert zu werden. Gegen 14:00 Uhr waren wir an unserem Ziel, dem Hotel Phaethon (sprich: Faäthon [engl. th]). Für uns war das Zimmer mit der Nr. 245U reserviert worden und wir richteten uns für die kommende Woche ein. Für den Save in einem Wandschrank besorgten wir uns den Schlüssel, um dort das Geld, die Tickets und die Kamera zu deponieren, wenn wir z.B. am Pool weilen.

Am zweiten Tag

Blick aus unserem Hotelfenster

Der Hafen von Paphos
Für die erste Tour, die Stadtrundfahrt, haben wir zwei uns gleich entschieden, und begaben wir uns mit dem Bus nach Kato-Paphos um den Hafen, die von den Türken 1592 errichtete Festung und den Ort zu inspizieren. Zurück im Hotel wurden wir gegen Mittag zu einer &~g der TUI-Reiseleitung im Hotel Cypria Maris abgeholt. Eingangs gab es als Begrüßungstrunk Orangensaft oder "Brandy sour". Letzterer war vorzüglich. Dann wurden uns die Besonderheiten von Paphos erläutert. Linksverkehr, die verschiedenen Buslinien, Touren wurden uns angeboten. Sie fand schon am nächsten Tag statt. Den Rest des Tages haben wir im Hotel verbracht. Am Nachmittag habe ich auch meinen ersten Bananenboot-Ride verabreicht bekommen.

Der dritte Tag
fing für uns wie immer im Frühstücksraum an. Frühstück gab es von 7:30 Uhr bis 10:30 Uhr. Um 14:45 Uhr wurden wir vor dem Hotel zur Stadtrundfahrt abgeholt. Zuerst wurden wir zum Ortsteil Geroskipou gefahren um eine von zwei Fünfkuppel-Kirchen zu bestaunen. Uns wurden von der Reiseleiterin verschiene Epochen der Kirche erläutert. Zu Türken's Zeiten durften die christlichen Kirchen keine Glocken besitzen und so ist es auch zu erklären weshalb der Glockenturm nicht so alt ist wie die Kirche. Weiter ging's in den Ortsteil Ktima Paphos (Oberstadt), wo auch die Paphioten leben. Hier befindet sich das Regierungsviertel der Region. Vor vielen der öffentlichen Gebäude wehen zwei Flaggen was dadurch zu erklären ist dass die zypriotische Flagge für ein allgemein öffentliches Gebäude ist, und die griechische Flagge darauf hindeutet dass hier nur griechische Zyprioten verkehren. Gleich verhält es sich mit der türkischen, was wir allerdings nie sahen.
links und unten: die Königsgräber von oben Als Nächstes standen die Königsgräber auf dem Programm. Fälschlicherweise wurden sie so benannt, weil die Entdecker derselben dieses zuerst vermuteten, da sie reich ausgestattet waren. Es waren lediglich die Reichen der Stadt die sich ihre Häuser für das weitere Leben in den Fels meißeln ließen. So verschieden die Gräber sind, die unterirdischen Höhlen für die Gebeine haben sie alle. Die Zuordnung erfolgte noch Macht und Zugehörigkeit. Etwas näher zu Hafen lagen die Mosaiken in den Häusern von Dionysos, Theseus Blick aus unserem Hotelfenster der Hafen in Paphos und Aion welche die Pracht vergangener Tage noch erahnen lassen und von den Fähigkeiten der Handwerker zeugen.
Zurück im Hotel konnten wir uns direkt auf die nächste Aufgabe des Tages konzentrieren: das Abendessen, Dinner wie es die ehemaligen "Herren" dieses Eilands nennen. Dinner wurde von 18:30 Uhr - 22:00 Uhr etwas eleganter als der Lunch "zelebriert". Für ungeübte Augen hätte man es auch als das "Große Fressen" ausgeben können. Um sich von dieser schwerwiegenden Tagesordnung zu erholen war es das Beste gleich zur Nächsten und letzten überzugehen. Die Bar, ständig und in großer Menge wurden hier verdünnte Cocktails konsumiert. Eine Vitamin- Vergiftung war möglich, eine solche durch den Alkohol fast unmöglich.


An diesem vierten Tag
stand eigentlich nur die Erholung auf dem Programm. Essen, baden, sonnen essen, schlafen, sonnen, essen usw.

Fünfter Tag
Wir hatten die Bootstour bereits gebucht. Mit dem kleinen Motorboot wurden wir, und 3 englische Paare, zum Schnellboot gebracht, welches in der Bucht vor dem Hotel wartete. Dabei waren auch schon die kostenlosen Getränke in einer Kühlbox. Als wir Platz genommen hatten fuhr unser "Captain" mit den Worten: " Ich hole noch schnell Mario, der wird euch fahren. Er kommt aus Neuseeland" wieder zurück zum Anlegesteg. Mit in der Luft stehendem Boot zischte er ab und kam Minuten später mit Mario zurück. Behänd enterte er das Schnellboot. Es war schon eine viertel Stunde vor zehn Uhr als er sich, dick angezogen mit Jogging-Schuhen T-Shirt, Sweatshirt und einem alten Parka, hinter das Ruder stellte. Es wunderte mich dass er sich nicht setzte. Er wurde von einem unserer Beifahrer gefragt weshalb er so dick angezogen sei und er antwortete "Maybe, its October". Die pralle Sonne bescherte uns bereits satte 30°C.
Mario war so cool, er währe fast erfroren. Braun gebrannt, die Haare nicht mehr als 2mm lang und eine verspiegelte Sonnenbrille mit nach hinten geraden Bügeln, so stand er da und verzog keine Miene als er mit geradem Blick nach vorn den Motor aufdrehte. Das Boot wurde vorn hochgezogen und ein starker Wind machte uns eine neue Frisur. Die harten Schläge, die das Boot auf dem Wasser machte, waren nicht gut für ein kaputtes Rückrad. Nach etwa einer halben Stunde waren unsere T-Shirts mit dem salzigen Wasser des Mittelmeers getränkt und uns würde etwas kühl - maybe, it's October. Wir preschten weitab vom Land übers Wasser und erreichten bald "Corral Bay". Es ist eine teure Touristengegend da es dort einen schönen Sandstrand gibt. Das Boot schoss in die Bucht und wurde erst kurz vor den Bojen langsam. Mario erzählte etwas, drehte das Boot und schoss wieder raus aufs Meer, Wieder wurden unsere Körper hart in die Sitze gebeutelt. Es kam der Zeitpunkt als wir abermals in eine Bucht eindrehten. Es war ein kleiner Fischerhafen mit einigen Häusern: St. George's Bay. Nach ein paar Fotos dann zurück aufs Meer. Das Endziel war dann die "Lara-Bay". Hier legen die grünen Wasserschildkröten ihre Eier in den Sand wo die jungen Schildkröten im August dann schlüpfen. Hier war es, wo wir mit dem Boot an einen schmalen Sandstrand fuhren der nur vom Meer aus zu erreichen ist. 20 - 30 Meter vor der Küste wurden die Anker von Mario ausgebracht und alle, außer Dorothea und Mario gingen schwimmen. Ich konnte direkt neben dem Boot schon auf dem Grund stehen und das Wasser war glasklar. Nach einer ausgiebigen Erfrischung machten wir uns wieder auf die Rückfahrt. Wir liefen zunächst nochmals die Corral Bay an wo wir die Möglichkeit zum Paragliding hatten. Dort machte ich an 2. Stelle meinen l. Gleitflug hinter einem Schnellboot. Nachmittags sind wir noch mal in den Ort gefahren und bei dieser Gelegenheit haben wir Julia zum Geburtstag angerufen.

Am sechsten Tag
machten wir eine selektive Inselrundfahrt. Bereits um 8:00 Uhr würden wir am Hotel mit einem Kleinbus abgeholt. Die Fahrt ging zuerst ein Stück durch Paphos, durch den Stadtteil Geroskipou der zu deutsch "heiliger Garten" heißt, dann weiter Richtung Trodos-Gebirge, Unser Reiseleiter bezeichnete sich als den Besten den wir bekommen könnten, da er der einzige sei der eine Glatze hätte und wir ihn deshalb auch immer wieder finden würden. Nach schon kurzer Zeit hielten wir an, er sprang aus dem Bus und holte einige Büsche wilden Thymian und verteilte ihn an uns. Anschließend folgte ein Referat über die Wirkung von Heilkräutern. Es war eigentlich während der ganzen Fahrt etwas zu berichten, sei es vom Vater, der eine große schwarze Schlange hielt, um andere der vielen Giftschlangen fernzuhalten oder von der Flora und Fauna mit den dazugehörigen Fachausdrücken. Zwischendurch wurde uns ein Frühstück, bestehend aus einheimischem Käse, Salami, Brot, Tomaten, Oliven, Wein und Ratzeputz in einem kleinen Dorf serviert. Der Ratzeputz würde von den Frauen zum Fensterputzen benutzt und von den Männern getrunken. Nach einiger Fahrt erreichten wir die Stelle an der uns unser Reiseleiter auf die Besonderheiten der hiesigen Geologie und deren Bewuchs aufmerksam machte. Wir befanden uns an der Grenze zwischen Kalkstein und vulkanischem Gestein. Auf letzterem wachsen dort die Zedern und innerhalb weniger 100 Meter finden sich keine 0livenbäume oder ähnliches mehr. Wieder folgte ein sehr aufschlussreiches Referat, bis wir nach vorheriger Einführung das Kykkos- Kloster erreichten.
Es war eine prächtige und prunkvolle Bemalung in den Gängen zu sehen, die die alte Bibelgeschichte darstellen. An einigen Wänden waren kostbare, vergoldete Mosaike zu sehen, an denen mehrere Leute bis zu 3 Jahren gearbeitet haben. Wieder berichtete unser Reiseleiter wie kompliziert es ist den Unterbau für ein Mosaik zu erstellen um es bei Temperaturschwankungen und Erdbeben nicht auseinanderbrechen zu lassen. Bevor die Führung durch die Kirche ging wurden wir mehrmals eindringlich ermahnt nicht zu filmen und zu fotografieren, einige Wächter würden dort herumrennen und aufpassen. Zwar hatte so ein Aufpasser dann doch moniert, aber das betraf eher unseren Reiseleiter, weil Führungen dort auch nicht erlaubt sind. Er zeigte uns dann auch ganz hektisch die originalen Ikonen, das ließ er sich nicht nehmen, und was er noch als wichtig erachtete. Den Rest berichtete er außerhalb dieser geheiligten Hallen, wo er nicht gestört wurde.


Alles in allem eine große Fülle an Informationen, für deren Wiedergabe einige Bücher im Handel erhältlich sind. Seine Bücher kauft er am Iiebsten in Deutschland, ließ er uns wissen.

Zurück im Bus verkündete er dass die ca. 20 Millionen DM die die vergoldete Wand vor dem Altarraum in der Kirche gekostet habe, eine Ausgabe war die man wohl besser hätte nutzten können. Altersheime und Pflegeheime hätten auch in Zypern ihre Berechtigung und auch Notwendigkeit. Das Kykkos- Kloster ist noch heute das reichste Kloster der Region und hatte in früheren Zeiten Besitztümer bis nach Russland. Nach dieser Führung waren fast alle im Bus dann doch geschafft. Obwohl es jetzt gleich! einem naturkundlichem Höhepunkt gehen sollte entglitten mir immer wieder meine Augenlider und ich erwischte sie wie sie sich über meinen, nicht mehr ganz so wachsamen, Augen vereinigten und ich nicht mehr sehen konnte. Das Gerüttel auf der Schotterstrecke konnte jeden Mechanismus ermüden, warum nicht auch den Mensch. Zum Glück wurde im "Tal der Zedern" eine weitere Pause eingelegt, die dann auch meine Augenlieder zur Disziplin zwangen. Von weitem hatte ich wohl so was von Handelswegen der Byzantiner gehört und dass die auch Brücken bauten, hätte ich sie dann aber nicht gesehen, ich hätte es nicht mehr gewusst. Unter besagter Brücke floss ein munterer Bach wie ich ihn in Zypern niemals vermutet hätte. Die riesigen Zedern vermutete ich eher in Kanada als hier, und mit einem Schlag war ich wieder hellwach.

Den siebten Tag
ließen wir gemütlich angehen. Es war schließlich der letzte volle Tag vor der Abreise. Frühstück, Supermarkt, ausruhen, Mittagessen und Pool. Für 16:00 Uhr war eine Bananenbootfahrt angesetzt für die ich mich angemeldet hatte. Um 17:00 Uhr war es dann soweit, der letzte und mit Abstand der beste Ride.

Der letzte Tag
Nach dem Frühstück sind wir noch mal an den Strand und ein bisschen spazieren gegangen. Um 10:45 Uhr haben wir ausgecheckt, weil wir um 11:20 Uhr abgeholt werden sollten. Im Flughafen wurden wir und unser Gepäck überprüft und in die Transithalle gelassen. Dieses Mal hatten wir die Sitzplatze28c und 28d. Nach 3 1/2 Stunden waren wir wieder in Frankfurt, wo uns Antje und Markus erwarteten.



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